EIN PAAR WORTE ZUM JAHRGANG 2013

Nach reichhaltigen Niederschlägen in den Wintermonaten und einer lange Kälteperiode begann der Austrieb zwei Wochen später als im langjährigen Mittel. Ein sehr nasser, kühler Mai verlangsamte das Rebwachstum weiter und führte zu einer späten Blüte ab dem 22. Juni.

Der Vegetationsrückstand wurde auch während des durchschnittlich warmen Sommers nicht aufgeholt und führte zu einem entsprechend späten Reifebeginn und einem dementsprechend nach hinten verschobenen Lesebeginn, der bei Reichsrat von Buhl am 30. September traditionell mit den ersten Spätburgundertrauben für Sektgrundweine begann. Der Oktober machte den Jahrgang 2013 dann zu einem der forderndsten Weinjahrgänge der jüngeren Vergangenheit. Rund 100 Liter Niederschlag fielen über den Monat verteilt pro Quadratmeter und führten zu stets sehr kurzen Zeitfenstern, um die Trauben abtrocknen und weiter reifen zu lassen. Es hatte ein bisschen etwas von russischem Roulette: vorzeitig eher unreife Trauben ernten oder warten und auf besseres Wetter hoffen. Wir entschieden uns für die zweite Möglichkeit und waren den gesamten Oktober quasi ununterbrochen mit über 40 Erntehelfern im Weinberg unterwegs, um die Traubenzone frei zu schneiden, damit sich keine Fäulnis bilden konnte, Vorlesen durchzuführen, um den Rebstöcken mehr Kraft für die Ausreifung der noch verbleibenden Trauben zu geben und immer sofort zu reagieren, wenn ein Weinberg die nötige Reife erreicht hatte.

2013 ist ein Jahrgang der großen Lagen. Und in diesen ist der Jahrgang bei uns sogar ein großer Jahrgang geworden. Egal was über den Jahrgang verallgemeinernd geschrieben wird, in den besten Deidesheimer und Forster Lagen sind monumentale Rieslinge entstanden. Genau wie in der Immobilienbranche gibt es auch im Weinbau in Jahrgängen wie 2013 nur drei wichtige Kriterien: Lage, Lage und Lage. Und natürlich der entsprechend sorgsame Umgang mit diesen.

Was erwartet Sie stilistisch von dem uns fordernden Jahrgang 2013? Die vorherigen zehn Jahrgänge waren in der Regel deutlich wärmer als beispielsweise die meisten Jahrgänge in den 90er Jahren. Der 2013er passt stilistisch deutlich besser in die damalige Dekade, als in die Jahrgänge seit der Jahrtausendwende. Am ehesten vergleichen - wenn man das bei Jahrgängen überhaupt machen kann - lässt sich 2013 mit dem Jahrgang 1996, dessen beste Weine auch heute noch eine sensationelle Verfassung haben. Auch zu 2010 gibt es einige Parallelen. Und doch ist 2013 wie jeder Jahrgang absolut eigenständig. Kühl, frisch, knackig und mit viel Eleganz präsentieren sich die Weine schon im jetzigen Gärstadium. Ja, die Säurewerte sind etwas höher, und wir werden daran auch nichts ändern, denn es gehört für uns zu Jahrgangscharakteristik dazu. Sie dürfen sich auf spannende Weine mit Rasse, Klasse und viel Finesse freuen - wir tun es auch!

Außenbetriebsleiter Werner Sebastian über den Jahrgang: „2013 hat mir wieder ein paar graue Haare mehr beschert. Aber es hat sich gelohnt! Ein echtes Highlight für mich persönlich waren die Trauben für unser Auslesen aus den Forster Spitzenlagen, die wir in den letzten Tagen des Oktober bei perfektem Wetter ernten konnten.

Technischer Direktor und Kellermeister Mathieu Kauffmann: „2013 ist ein sehr spannender erster Jahrgang in der Pfalz für mich. Unsere große Rettung, quasi unser „Regenschirm“, waren in diesem regenreichen Jahr die bewusst niedrig gehaltene Erträge und unsere leichten, sehr gesunden Böden. Nur durch perfekte Weinbergsarbeit konnten wir derart reife und gesunde Trauben ernten. Ein Jahrgang, bei dem Fleiß und Akribie belohnt wurde!